10.02.2010 / Schwerpunkt / Seite 3

Die Orangen sind bitter

Ukraine: Regierungschefin Timoschenko will Wahlniederlage nicht eingestehen. Eine bunte Revolution kann sie nicht noch einmal anzetteln. Ihr fehlt Hilfe aus dem Westen

Rainer Rupp
Die ukrainische Ministerpräsidentin Julia Timoschenko will ihre Wahlniederlage nicht wahrhaben. Die Regierungschefin spielt auf Zeit und plant, juristisch gegen das Ergebnis der Präsidentschaftswahl vorzugehen. Führende Politiker ihrer Partei sagten am Dienstag, der Block Julia Timoschenko (BJuT) verlange eine Neuauszählung der Stimmen in mehreren »umstrittenen« Wahllokalen. Nach offiziellen Ergebnissen hat der bisherige Oppositionsführer Viktor Janukowitsch bei der Stichwahl am Sonntag 3,5 Prozentpunkte mehr erhalten als Timoschenko. Seine Partei der Regionen weist die Forderung nach einer Überprüfung der Wahl zurück. »Es wird keine dritte Runde geben«, sagte der stellvertretende Parteivorsitzende Mykola Azarow im Parlament. »Sie ziehen uns in einen unnötigen Krieg.«

Die Ukraine bleibt damit ein zutiefst gespaltenes Land. Nirgendwo wurde das deutlicher als Sonntag abend, als die ersten Ergebnisse und Hochrechnungen der verschiedenen Wahlbezirke auf den ...

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