05.02.2010 / Thema / Seite 10

»Bestraft Griechenland!«

Analyse. Bei dem Gezeter um Hellas geht es vor allem um Machtfragen in der EU

Andreas Wehr
Die Schlagzeilen können dramatischer kaum sein: »Griechische Misere« (Frankfurter Allgemeine Zeitung – FAZ vom 7.1.10), »Sprengstoff in der Währungs­union« (FAZ vom 29.1.10), »Abgebrannt am Mittelmeer« (Die Zeit vom 14.1.10) »Monster-Defizit« (Spiegel online vom 5.12.09), »Schuldenkrise spitzt sich zu« (FAZ vom 29.1.10). Die Rede ist von schwindelerregenden Defiziten, gefälschten Statistiken, horrenden Risikoaufschlägen und von Spekulationen über ein »Bail-out«, eines Heraushauens des klammen Schuldners durch die Europäische Zentralbank.

Was ist an all dem dran? Ist Griechenland, immerhin ein Mitglied der EU und der Euro-­Zone, ein »failed state«, ein gescheiterter Staat? Natürlich nicht. Droht ihm ein Staatsbankrott? Auch das nicht. Die griechischen Staatsschulden sind zwar hoch, in Prozent der jährlichen Wirtschaftsleistung (Bruttoinlandsprodukt, BIP) liegen sie inzwischen bei 113 Prozent, doch noch stärker drücken die Schulden Italie...

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