16.01.2010 / Feuilleton / Seite 13

Nicht mehr so allein

Abraham Melzer bringt die Zeitschrift Semit und den Goldstone-Bericht der UNO heraus

Dr. Seltsam
Juden, die die Politik der israelischen Regierung gegenüber den Palästinensern als reaktionär kritisieren, werden verstärkt von den Antideutschen als »Kronzeugenjuden« beschimpft, die mit »jüdischem Selbsthaß« beladen seien. Es gibt aber immer mehr davon, nur fehlte ihnen bislang hierzulande eine Stimme. Semit heißt eine junge Zeitschrift, die »für einen gerechten Frieden im Nahen Osten« eintritt. Semit richtet sich an Juden in Deutschland, die sich weder von Charlotte Knobloch vom Zentralrat der Juden, noch von Henryk Broders »Achse des Guten« vertreten fühlen.

Semit wird herausgegeben von Abraham Melzer, für literarisch Interessierte ein alter Bekannter. Er taucht zum Beispiel in Jörg Schröders Erzählband »Siegfried« als Sohn von Joseph Melzer auf, für dessen Verlag Schröder arbeitete, bevor er den März Verlag gründete. Dieses Buch wird übrigens nach meinem Dafürhalten als einziges Werk von der ganzen lahmen westdeutschen Literatur der sieb...

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