23.11.2009 / Ausland / Seite 6

Kampf um die Geschichte

Israels verstärkt seine Siedlungsaktivitäten in Ost-Jerusalem

Johannes Zang
Der Nahostkonflikt ist auch ein Kampf um Geschichte, und selbst Archäologie ist in Israel und Palästina politisch durchtränkt. So auch in Silwan, nicht einmal 100 Meter von der Jerusalemer Altstadtmauer entfernt.

Als israelische Archäologen behaupteten, sie hätten den Palast von König David gefunden, war es mit der Beschaulichkeit Silwans vorbei. Zwar wurden die Aussagen der Archäologen von Fachkollegen belächelt oder in Frage gestellt, von nationalistisch oder religiös motivierten jüdischen Siedlern jedoch als Auftrag zum Besiedeln aufgefaßt. Ähnlich wie in Hebron, wo 500 Siedler inmitten von 170 000 Palästinensern unter großem Sicherheitsaufwand leben, nur um nahe am Grab Abrahams zu sein, möchten nun immer mehr Siedler im Umkreis der angeblichen Davidstadt wohnen. Yair Zakovitch, Professor für Biblische Studien an der Hebräischen Universität Jerusalem, sagt dazu: »Jeder bedient sich der Ausgrabungen, um das zu beweisen, was er beweisen will.«

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