17.11.2009 / Thema / Seite 10

Mut zur Wut

Analyse. Der bundesweite Bildungsstreik zeigt Wirkung. Würden einige Mängel in der Bewegung behoben, könnte er aber effektiver sein. Eine selbstkritische Einschätzung

Peter Grottian, Michael Kolain und Sebastian Zimmermann
Die dezentrale Bildungsstreikbewegung im Juni 2009 hat die Bildungsfrage auf die innenpolitische Tagesordnung gesetzt. Die Initiatorinnen und Initiatoren waren selbst von der Dynamik überrascht, und die Politik reagierte bisher wenig souverän. 270000 Protestierende auf den Straßen – die größte unabhängige Bildungsbewegung seit Jahrzehnten. Sie war demokratisch, dezentral angelegt und durch eine zarte Klammer gemeinsamer Forderungen für überregionale Botschaften zusammengehalten. Es war ein Streik der vielen tausend Gesichter. Die lokalen Bündnisse prägten das Bild und nicht bundesweit hervorstechende Wortführer. Die Presse hatte zurecht Schwierigkeiten, Sprecherinnen und Sprecher bzw. Organisatorinnen und Organisatoren für den Mediengebrauch auszumachen. Basisdemokratie war ein flächendeckendes Konzept, das bewußt auf die Großdemonstration verzichtete. Eine Balance von gängigen Protestformen (Demos, Versammlungen, Debatten) und Aktionen des zivilen ...

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