27.10.2009 / Inland / Seite 2

»Bei Hartz IV bleibt alles beim alten«

Die Regierungskoalition hat das Problem der Armut von Kindern völlig ausgeblendet. Ein Gespräch mit Marion von zur Gathen

Gitta Düperthal
Marion von zur Gathen ist Referentin für Familien- und Frauenpolitik beim Paritätischen Gesamtverband

Sie haben sich intensiv mit dem Problemfeld »Hartz IV« befaßt. Wie beurteilen Sie die Vorstellungen der neuen Bundesregierung dazu?

Die Regelungen im Koalitionsvertrag sind im Hinblick auf Familienpolitik meiner Ansicht nach zumindest sozial unausgewogen. Insgesamt stockt die neue Koalition 2010 diesen Bereich um rund sechs Milliarden Euro auf. Erleichterungen für Hartz-IV-Bezieher sind dabei jedoch nicht enthalten.

Hier bleibt alles beim alten. Für die bis zu Sechsjährigen gibt es nach wie vor 215; für Sechs- bis 14jährige 251, für 14 bis 18jährige 287 Euro. Das bedeutet für die Kleinsten gerade mal 2,82 Euro für Nahrungsmittel pro Tag, für die Ältesten 3,76 Euro! Mir kann keiner erzählen, wie man von einer derart geringen Summe Kinder ausgewogen ernähren soll. Die neue Koalition hat vor allem Regelungen vorgesehen, die Familien mit hohem Einkommen entl...


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