26.08.2009 / Schwerpunkt / Seite 3

Bomben in Bagdad

Kurdengruppen, Al-Qaida, Insider: Für die blutige Anschlagsserie im Irak kommen viele Urheber in Frage, nationale Widerstandsgruppen gegen die Besatzer eher nicht

Joachim Guilliard
Die Bombenattentate auf das Finanz- und das Außenministerium in Bagdad mit mehr als 100 Toten und 600 Verletzten am 19. August bilden den (vorläufigen) Höhepunkt einer koordinierten Anschlagsserie im Zentrum der irakischen Hauptstadt. Den Attentätern war es gelungen, zwei LKW, beladen mit jeweils ein bis zwei Tonnen Sprengstoff, durch die Checkpoints der Hochsicherheitszonen zu fahren und vor den Gebäude detonieren zu lassen. Noch bevor der Staub der Explosionen sich zu legen begann, machten die USA und die von ihnen gestützte irakische Regierung Nuri Al-Malikis eine »Allianz von Baathisten und Al-Qaida« dafür verantwortlich, womit in der Regel der gesamte sunnitische Widerstand gemeint ist. Nur wenige Stunden nach den Anschuldigungen verhaftete die irakische Armee zehn bekannte frühere Baath-Mitglieder, die angeblich »direkt in Planung und Durchführung« verwickelt gewesen seien. Bis dato haben sich solche raschen Vorhaltungen stets als haltlos erwiesen, ...

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