13.08.2009 / Feuilleton / Seite 12

»Ich habe keine Zeit für Kunst in diesem Film«

»Hunger«, ein Film über den IRA-Hungerstreik 1981, startet heute in den Kinos. Gespräch mit dem Regisseur Steve McQueen

Tom Dorow
Steve McQueen hat Kunst in London und New York studiert. 1999 erhielt er für Fotos und Installationen den Turner-Preis. Heute startet sein Spielfilm »Hunger« in den Kinos, der »beste Debütfilm« in Cannes 2008. McQueen schildert darin den monatelangen Hungerstreik der IRA-Gefangenen unter Führung von Bobby Sands 1981 im Maze Prison, in dessen Verlauf Sands und neun weitere Männer starben. Die Häftlinge wollten als politische Gefangene anerkannt werden. Bobby Sands wurde im Verlauf der 66 Tage zum Member of Parliament gewählt. McQueens Film zeigt den Hungerstreik aus der Perspektive der unmittelbar Beteiligten: der Gefangenen, ihrer Angehörigen, der Wärter im Gefängnis. Der letzte Teil des Films zeigt den körperlichen Verfall von Sands bis zu dessen Tod.

Eines der ersten Bilder in »Hunger« zeigt die geschwollenen Hände eines Wächters. Er kühlt sie in einem Becken mit kaltem Wasser. Zuerst sieht man die Spuren der Gewalt. Wie sie entstanden sind, ist nur zu ...

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