11.08.2009 / Thema / Seite 10

Kampf um Prora

Reportage. Seit fünfzehn Jahren streiten Politiker, Investoren und Wissenschaftler über die Nutzung des von den Nazis errichteten »KdF«-Bades an der Ostküste von Rügen. Die Auseinandersetzung gefährdet ein einzigartiges Mahnmal der deutschen Geschichte

Frank Brunner
Ganz am Ende eines der schönsten Strände Rügens ist es ungewöhnlich ruhig. Dabei scheint schon seit Stunden die Sonne auf Deutschlands größte Insel. Doch hier, etwa fünf Kilometer nördlich vom mondänen Ostseebad Binz, drehen nur vereinzelt ein paar Jogger ihre Runden; ein Hundebesitzer wirft Stöckchen, während der Traktor neben ihm leise durch den Sand tuckert und mit seinem Pflug sisyphusgleich die über Nacht angespülten Algen ins Wasser schiebt. »Das wird wieder kein guter Tag«, prophezeit der junge Mann hinter dem Tresen der Strandbar, bevor er seine Friteuse wieder herunterfährt und das erste Bier öffnet.

Es ist gegen elf Uhr an diesem Freitag vormittag Ende Juni, und die Ruhe täuscht. Nur 150 Meter vom Ufer entfernt, direkt hinter den Dünen, wo sich zwischen Kiefern und Birken die Ruinen des von den Faschisten errichteten Seebads Prora verstecken, herrscht ein äußerst rauhes Klima. Ignoranz, Intrigen und Inkompetenz lassen den denkmalges...

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