25.07.2009 / Schwerpunkt / Seite 3

Kampagne gegen Teheran

Wenn es je ein iranisches Atomwaffenprogramm gegeben hat, dann unter Ahmadinedschads Amtsvorgängern. EU und USA haben den Nuklearstreit in die Sackgasse geführt

Knut Mellenthin
Wann immer die angeblich vom Iran ausgehende ungeheure Gefahr für die gesamte Welt beschworen wird, darf ein vorsätzlich falsch übersetzter Satz nicht fehlen, der Präsident Mahmud Ahmadinedschad zugeschrieben wird: Israel müsse von der Landkarte gewischt werden. Die fragliche Äußerung fiel knapp drei Monate nach dem Amtsantritt am 3. 8., nämlich am 26. Oktober 2005. Da war jedoch die Lügen- und Haßkampagne gegen Irans ziviles Atomprogramm schon fast zwei Jahrzehnte alt. Das verfälschte Zitat dient der Verteufelungskampagne, aber es ist keineswegs ihre Ursache, so wenig wie diese überhaupt etwas mit der systematisch dämonisierten Person Ahmadinedschads zu tun hat. Denn, erinnern wir uns: Am 3. Dezember 2007 wurde ein Papier aller 16 US-Geheimdienste veröffentlicht, in dem ausgeführt wurde, daß Iran im Herbst 2003 – also fast zwei Jahre vor Ahmadinedschads Amtsantritt – »sein Atomwaffenprogramm gestoppt« hat. Diese Einschätzung wurde seither von...

Artikel-Länge: 7145 Zeichen

Willkommen bei der Tageszeitung junge Welt

Zum Aufrufen dieser Seite ist ein Onlineabo erforderlich.

Bitte einloggen

Hilfe und Informationen

Abo abschließen

Welche Vorteile bietet ein Onlineabo?

  • Zugriff auf das Archiv seit 1997, alle Artikel und Recherchewerkzeuge.
  • E-Mail-Abo im Text-, HTML- oder E-Pub-Format.
  • Zugriff auf Seiten im PDF-Format.
  • Verwalten eigener Lesezeichen.

Zur aktuellen Ausgabe