12.06.2009 / Inland / Seite 8

»Das alles ist für mich sehr demütigend«

Ein Hartz-IV-Bezieher berichtet über seine Erfahrungen bei der Lebensmittelausgabe einer »Tafel«. Ein Gespräch mit Moritz Seegers

Gerrit Hoekman
Moritz Seegers (Name geändert) aus ­Münster lebt von Hartz IV. Da er davon nicht leben kann, bezieht er zusätzlich Lebensmittel von der Tafel

In Göttingen findet seit dem gestrigen Donnerstag das Bundestreffen der Tafeln statt. Eine Million Menschen in Deutschland kommt ohne deren Angebote nicht mehr über die Runden. Sie sind einer von ihnen. Wie lange schon?

Ich bekomme jetzt seit fünf Jahren jede Woche Lebensmittel von der Tafel in meinem Stadtteil. Ich bin Hartz-IV-Empfänger, weil ich behindert bin und mit 56 Jahren keine Arbeit mehr bekomme. Im Monat habe ich an die 300 Euro zum Leben plus Miete. Aber weil das hinten und vorne nicht reicht, gehe ich regelmäßig zur Tafel.

Sie wollen Ihren Namen nicht nennen. Wovor haben Sie Angst?

Ich wohne in Münster, die Stadt ist nicht allzu groß. Ich habe Sorge, daß ich Probleme bei der Lebensmittelausgabe bekomme, wenn ich offen auftrete.

Haben Sie schlechte Erfahrungen gemacht?

Ja, vor zwei Jahr...

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