10.06.2009 / Inland / Seite 2

»Bartsch hätte der Ausputzer sein müssen«

Die »Frontleute« Gysi und Lafontaine wurden vom Vorstand der Linkspartei im Regen stehengelassen. Ein Gespräch mit Albrecht Müller

Peter Wolter
Albrecht Müller (SPD) war Wahlkampfleiter der SPD sowie Planungschef im Kanzleramt unter Willy Brandt und Helmut Schmidt. Er ist Buchautor (»Die Reformlüge« und »Machtwahn«) und Mitherausgeber des Internetportals »Nachdenkseiten«

Die SPD ist bei der Europawahl am Sonntag auf 20,8 Prozent abgerutscht – Tiefstand seit Bestehen der Bundesrepublik. Ist die Bundestagswahl damit für die Sozialdemokratie gelaufen?

Aus meiner Sicht – ja. Aber nicht wegen des Wahlergebnisses, sondern wegen der falschen Weichenstellung der letzten Jahre.

Sie spielen auf die »Agenda 2010« an …

Genau. Das Wahlergebnis ist eindeutig die Folge dessen, daß potentielle Wähler ihre SPD nicht mehr wiedererkennen. Entscheidend war, daß die Partei unter Gerhard Schröder einen Kurswechsel vollzogen hat, den viele Leute mit Austritt quittiert haben. Oder mit Resignation – wie ich zum Beispiel.

Ein gravierender Fehler der SPD ist auch, daß sie n...

Artikel-Länge: 4642 Zeichen

Willkommen bei der Tageszeitung junge Welt

Zum Aufrufen dieser Seite ist ein Onlineabo erforderlich.

Bitte einloggen

Hilfe und Informationen

Abo abschließen

Welche Vorteile bietet ein Onlineabo?

  • Zugriff auf das Archiv seit 1997, alle Artikel und Recherchewerkzeuge.
  • E-Mail-Abo im Text-, HTML- oder E-Pub-Format.
  • Zugriff auf Seiten im PDF-Format.
  • Verwalten eigener Lesezeichen.

Zur aktuellen Ausgabe