09.06.2009 / Thema / Seite 10

Honeckers »Todesschwadron«

Medien. Die DDR-Staatssicherheit und die »vierte Gewalt« der Bundesrepublik. Ein Glanzstück des investigativen Journalismus aus der jüngsten Geschichte

Klaus Huhn
Als der legendäre Berliner Malik-Verlag 1928 die Erinnerungen eines gewissen Harry Domela herausgab, las man im Vorwort: »Selten hat die Welt so gelacht wie im Dezember 1926, als bekannt wurde: Irgendein junger Mann hat wochenlang Adlige, Bürger, Militärs und Behörden zu seinen devoten Untertanen gemacht, indem er sich als ältester Sohn des ehemaligen Kronprinzen ausgab. Es kommt ja öfters vor, daß Unbefugte sich Titel und Würden zulegen, um sich’s besser gehen zu lassen. Aber gleich den Anwärter auf den in Reserve gestellten deutschen Kaiserthron zu spielen, wochenlang vor aller Welt den Hohenzollern mimen – das war denn doch noch nicht dagewesen …«

Begonnen hatte die längst in Vergessenheit geratene Geschichte so: »Die Straße war Domelas Heimat. Er friert und hungert, denn besondere kriminelle Talente hat er nicht. Aus bürgerlicher Familie stammend, legt er sich irgendwelche adlige Namen zu – und sofort öffnen sich ihm die Türe...

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