22.05.2009 / Ausland / Seite 7

Klischee in Gefahr

Zwei US-Institute relativieren »iranische Bedrohung«. Versachlichung der Politik Washingtons gegenüber Teheran angeregt

Rainer Rupp
Zwei Studien renommierter US-Institute erregen derzeit in Washington einiges Aufsehen. Die »Denkfabriken« New Yorker Ost-West-Institut und die Rand Corpora­tion, die der US-Luftwaffe angegliedert ist, beschäftigen sich darin mit dem Verhältnis zum Iran. Insbesondere relativieren sie in den am Mittwoch veröffentlichten Arbeiten die seit Jahren behauptete »iranische Bedrohung«.

So kommt die Gruppe von US-amerikanischen und russischen Wissenschaftlern, Ingenieuren und Militärexperten in der Studie des Ost-West-Instituts zu dem Schluß, daß Teheran, selbst wenn es ein militärisches Atomprogramm hätte, technologisch noch mindestens fünf bis sechs Jahre brauchen würde, Nuklearwaffen und für deren Einsatz nötige Raketen zu bauen.

Kein Alarmismus

Demnach besteht zumindest kein Grund für alarmistische Hektik, die insbesondere von Israel, dem einzigen Atomwaffenstaat des Mittleren Ostens, verbreitet wird. Dessen Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hatt...

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