18.05.2009 / Inland / Seite 5

Isoliert statt integriert

Flüchtlinge beklagen katastrophale Lebensbedingungen in Möhlauer Asylbewerberheim. Zuständiges Landratsamt weist Vorwürfe zurück

Frank Brunner
Er sei nicht aus materiellen Gründen nach Deutschland gekommen, betont Salomon Wantchoucou, sondern weil er in seinem Heimatland, dem westafrikanischen Benin, politisch verfolgt wurde. Seit einem halben Jahr lebt der 35 jährige in einer Gemeischaftsunterkunft für Flüchtlinge im sachsen-anhaltinischen Möhlau, knapp zwanzig Kilometer südöstlich von Dessau. »In der ehemaligen NVA-Kaserne herrschen katastrophale Zustände«, sagte er am Freitag gegenüber junge Welt. Wenige Tage zuvor hatte Wantchoucou gemeinsam mit anderen Asylbewerbern einen Protestbrief veröffentlicht, in dem sie ihre Lebensbedingungen in Möhlau anprangerten.

Die Flüchtlinge, die u.a. auch aus Sierra Leone, Syrien oder dem Kosovo stammen, kritisieren darin unter anderem, daß die monatlich von den Behörden ausgehändigten Lebensmittelgutscheine im Wert von 132 Euro kaum für die notwendigsten Ausgaben reichen, sie beklagen, daß Arztbesuche lange vorher beantragt werden müssen, ihre Kinder Opfer...

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