15.05.2009 / Feuilleton / Seite 13

Vom Klang der Klinge

Japaner kennen Zatoichi als kampferprobten Griesgram. In einer Neuverfilmung ist die Figur eine junge Musikerin. Aber das war es dann auch mit den Neuerungen

Zatoichi ist ein blinder Masseur auf Wanderschaft, der übermenschlich geschickt mit dem Schwert umgehen kann. Eine Figur aus der Edo-Zeit (1603–1868). Erfunden hat sie der Schriftsteller Kan Shimozawa (1892–1968). Eigentlich heißt der Samurai nur »Ichi«. »Zato« ist ein Zusatz mit mehreren Bedeutungen, unter anderem eine abwertende Bezeichnung für Blinde, die in der Edo-Zeit gezwungen waren, als Bettler, Masseure oder Musikanten durch die Lande zu ziehen.

Bis heute entstanden auf Shimozawas literarischer Grundlage 26 Filme und eine Fernsehserie mit über 100 Folgen. Die Hauptrolle spielte immer Shintaro Katsu. Einzige Ausnahme: 2003 übernahm Takeshi Kitano in seinem Spielfilm »Zatoichi – der blinde Samurai« die Hauptrolle.

Nun hat sich Fumihiko Sori an dem Stoff versucht. Er macht es anders als seine Vorgänger – und trotzdem auch wieder genauso. Bei ihm ist Zatoichi eine Frau: »Ichi – die blinde Schwer...

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