04.04.2009 / Thema / Seite 10

Fabriziertes Vertrauen

Mit selbstproduzierten TV-Bildern versucht die NATO, die öffentliche Meinung zum Afghanistan-Krieg zu beeinflussen. Das Fernsehen der Bundeswehr ist noch im Versuchsstadium

Thomas Wagner
Die Vertreter der NATO-Mitgliedstaaten feiern auf ihrem Gipfeltreffen am 3./4. April in Baden-Baden und Strasbourg den 60. Geburtstag des westlichen Militärbündnisses. Neben unabhängigen Reportern aus aller Herren Länder werden bei diesem Anlaß auch Fernsehjournalisten zugegen sein, die ganz offiziell im Sold des Militärbündnisses stehen. Denn seit einem Jahr verfügen die NATO-Staaten über einen gemeinsamen Fernsehkanal: den Internetsender NATOchannel.tv. Über die Stoßrichtung des ausgestrahlten Programms besteht kein Zweifel. Mit Hilfe von selbstproduzierten Fernsehbildern versuchen die Militärs, das öffentliche Bild der von der NATO geführten Kriege in die außenpolitisch und militärstrategisch gewünschte Richtung zu lenken.

Auch das vorrangige strategische Ziel ist klar definiert. Das Bündnis will im Medienkrieg um Afghanistan aus der Defensive kommen und die effektive Internetpropaganda der Taliban und anderer Widerstandsgruppen gegen die als Besatzun...

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