11.03.2009 / Thema / Seite 10

Servus, Österreich

Die Banken des Alpenlandes sackten seit dem Zusammenbruch der sozialistischen Staaten in Osteuropa unvorstellbare Summen ein. Heute betteln sie die Regierung um Gelder für ihre maroden Geschäfte in dieser Region an

Hannes Hofbauer
Die aggressive Strategie der österreichischen Kreditinstitute in Osteuropa war in Bankerkreisen jahrelang legendär. Zwischen Raiff­eisen Zentralbank, Erste Bank und Bank Austria rühmte man sich der eigenen Rolle wegen, vom tschechischen Cheb bis hinein in das ukrainische Donezbecken Filialnetze geknüpft zu haben, die unter Konkurrenten ihresgleichen suchten. Bisweilen kam herrschaftlich-monarchische Nostalgie auf, und es wurde an Zeiten erinnert, in denen die Creditanstalt, der Vorläufer der Bank Austria, und die Länderbank Ende des 19. Jahrhunderts die Länder der Habsburger Krone nicht nur finanziell dominierten, sondern über ein weites Geflecht an Industriebeteiligungen ganze Branchen im Reich der 52 Millionen Untertanen unter Kontrolle hielten.

Dann kam die Subprime-Blase. Hypothekenkredite, die von US-Banken millionenfach an zahlungsschwache bis zahlungsunfähige Hausbesitzer vergeben wurden, waren plötzlich faul. Kreditausfälle zogen Immobilienpreise...

Artikel-Länge: 20183 Zeichen

Willkommen bei der Tageszeitung junge Welt

Zum Aufrufen dieser Seite ist ein Onlineabo erforderlich.

Bitte einloggen

Hilfe und Informationen

Abo abschließen

Welche Vorteile bietet ein Onlineabo?

  • Zugriff auf das Archiv seit 1997, alle Artikel und Recherchewerkzeuge.
  • E-Mail-Abo im Text-, HTML- oder E-Pub-Format.
  • Zugriff auf Seiten im PDF-Format.
  • Verwalten eigener Lesezeichen.

Zur aktuellen Ausgabe