03.03.2009 / Thema / Seite 10

»Alles Stalinisten!«

Das verdrängte KPD-Verbot als Beispiel für die einseitige Darstellung der deutschen Nachkriegsgeschichte

Hans Daniel
Jetzt wächst zusammen, was zusammengehört.« Willy Brandt, früherer SPD-Vorsitzender und Bundeskanzler, hätte sich seinen in der Euphorie des vor 20 Jahren erfolgten »Mauerfalls« in die Welt gesetzten und mittlerweile in den deutschen Sprichwörterkatalog eingegangenen Ausspruch urheberrechtlich schützen lassen sollen. So oft dient er seitdem als schmückendes oder rechtfertigendes Beiwort für irgendwelche Vorgänge im wirtschaftlichen oder politischen Raum. Aus dem, was aus den diversen Institutionen bisher an Leitlinien verlautet, läßt sich ablesen, daß es – im Kontext zu dem in diesem Jahr auch zu feiernden 60. Jahrestag der Verkündung des Grundgesetztes – wesentlich darum gehen wird, die DDR 20 Jahre nach dem »Mauerfall« allseitig als Wechselbalg, als Fortsetzung des Sündenfalls von 1933 mit anderen Mitteln (Stasi statt Gestapo, Ulbricht resp. Honecker statt Hitler) zu demaskieren.

Eine ganz eigene Ableitung des Brandt-Wortes findet sich ents...

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