18.02.2009 / Feuilleton / Seite 13

Im Leben wie im Koma. Italien muß Danke sagen

Klaus Schikora
Ein Todesfall spaltet Italien, seine Regierung, die Öffentlichkeit. Und neben den ganzen weltlichen Instanzen, denen um ihre Definitionshoheit über das sittlich Gebotene zu tun ist, fühlt sich natürlich auch der Papst auf den Plan gerufen: Alles dreht sich um die Frage, ob es angehen kann, daß man eine Frau, die seit 17 Jahren künstlich ernährt im Koma liegt, sterben läßt.

Das Konfliktpotential, das der Fall der 38jährigen Eluana Englaro, die am 9. Februar, einige Tage nach dem Abschalten der lebenserhaltenden Geräte, starb, in sich birgt, ist nicht von Pappe: Berlusconi will eine vom Mailänder Kassationsgericht verabschiedete Genehmigung der Sterbehilfe per Notverordnung stoppen, Präsident Napolitano verweigert seine Unterschrift. Die politischen Lager stehen sich unversöhnlich gegenüber, es kommt zu Handgreiflichkeiten im Senat, katholische wie liberale Demonstranten ziehen auf die Straße und beschimpfen sich wechselseitig. Der Aufruhr ist ...

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