24.01.2009 / Schwerpunkt / Seite 3

Bolivien gründet sich neu

Erstmals in seiner Geschichte entscheidet das Andenland per Referendum über die Annahme einer Verfassung. Morales sagt Sieg der »sozialsten Magna Charta der Welt« voraus

Benjamin Beutler
Dieses Mal stimmen wir nicht über Evo oder eine Partei ab. Wir stimmen am Sonntag über eine Verfassung ab, welche die Gleichheit der Rechte garantiert und das Erreichte der letzten drei Jahre widerspiegelt«, warb Boliviens Präsident Evo Morales am Donnerstag auf einer Wahlveranstaltung für das »Ja«. In der Tieflandmetropole und Oppositionshochburg Santa Cruz de la Sierra wies er Vorwürfe von sich, er mißbrauche das Verfassungsprojekt zur »Neugründung Boliviens«, um sich »ewig an der Macht zu halten«. Vor Tausenden von Regierungsanhängern bat Morales alle Teile der bolivianischen Bevölkerung um ihre Stimmen. Der Urnengang entscheidet über die Annahme des im Dezember 2007 vom Verfassungskonvent ausgearbeiteten und im Oktober 2008 vom Kongreß modifizierten Textes. Die knapp vier Millionen Wahlberechtigten stimmen gleichzeitig über die Einführung einer Obergrenze von Landbesitz (5000 oder 10000 Hektar) ab.

Eine hohe Zustimmung wäre bester Beweis, d...

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