15.12.2008 / Thema / Seite 10

Unverhohlene Apologie

Ökonomische Turbulenzen und ideologische Herrschaft. Teil II (und Schluß): Strategien der Krisenbewältigung

Erich Hahn

Im ersten Teil dieses Beitrags wurde dargestellt, wie sich der Neoliberalismus ab den 30er Jahren in vom Kapital finanzierten Think-tanks etabliert hatte und in den 70er Jahren seinen politischen Durchbruch erlebte. Neoliberalismus verfolgt das Ziel der grenzenlosen Restaurierung des Kapitalismus – aber nicht mehr als vermeintlicher Garant von Massenwohlfahrt. Menschen, da sie nur noch als Marktsubjekte agieren sollen, werden der Spontaneität des Marktes untergeordnet.(jW)

Das ökonomische Gewand des Neoliberalismus und seine politisch-programmatische bzw. normative Funktion sind eng miteinander verbunden. Um akzeptiert und praktisch umgesetzt zu werden, bedürfen seine nicht immer attraktiven Botschaften weltanschaulicher Untermauerung. Dazu bieten sich Gegebenheiten des wirtschaftlichen Lebens geradezu an.

Vor allem geht es darum, die Postulate neoliberaler Wirtschaftspolitik als alternativlos, als unvermeidlich, als durch das System erzwungen ...

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