03.12.2008 / Thema / Seite 10

Leben mit Ultragiften

Die Leverkusener Bayer AG produziert weltweit hochgefährliche Gase in dichtbesiedelten Regionen. Unfälle werden heruntergespielt, über Gefahren wird kaum informiert

Philipp Mimkes
Der Tod kam im Schlaf. Mindestens 3800 Menschen starben in den frühen Morgenstunden des 3.Dezember 1984, als im indischen Bhopal knapp 30 Tonnen Giftgas aus einer maroden Chemiefabrik austraten. Insgesamt forderten die Vergiftungen rund 20000 Menschenleben, etwa eine halbe Million Personen erlitten Gesundheitsschäden. Bis heute führen die damals ausgetretenen Chemikalien zu Mißbildungen, Nervenleiden, Unfruchtbarkeit und Erblindung.

Noch immer lagern auf dem Werksgelände giftige Chemikalien, von denen Gefahren für die Anwohner ausgehen. Die Firma Union Carbide, Betreiber der Fabrik in Bhopal, wurde mittlerweile vom US-Konkurrenten Dow Chemicals aufgekauft. Mit Hinweis auf einen in den 80er Jahren ausgehandelten Vergleich weigert sich das Unternehmen, jegliche Verantwortung für die Schäden zu übernehmen. Bei den Opfern ist bis heute so gut wie keine Entschädigung angekommen, auch fehlt es an medizinischer Betreuung für die Betroffenen.

Todeschemikalie MI...



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