25.10.2008 / Thema / Seite 10

»Rußland hat reagiert«

Gespräch mit Vladimir V. Kotenev, Botschafter der Russischen Föderation in der Bundesrepublik Deutschland. Teil 1: Die jüngste Krise im Kaukasus und die Berichterstattung der westlichen Medien

Stefan Huth und Peter Wolter


Herr Botschafter, wie ist es Ihrer Einschätzung nach um das Verhältnis zwischen Rußland und der BRD bestellt? Besteht die »strategische Partnerschaft« zwischen beiden Staaten weiter, von der Sie im Mai 2005 in Berlin anläßlich des 60. Jahrestages der Befreiung vom Faschismus sprachen?

Ja, die strategische Partnerschaft besteht weiter, und sie wird ausgebaut. Das haben auch die mittlerweile 10. zwischenstaatlichen Konsultationen in St. Petersburg am 2. Oktober vor Augen geführt. Manche Partner Deutschlands in der EU und in der NATO, die nach der Kaukasus-Krise zu behaupten pflegen, es könne kein »Business as usual« mit Rußland geben, waren nicht gerade glücklich darüber, daß die Konsultationen planmäßig stattfanden.

Bei den Gesprächen wurde kein Thema ausgespart, das beide Nationen bewegt. Ob internationale Politik, Finanzkrise, Jugend- und Kulturaustausch – überall wurde ein breites Feld für Kooperation festgestellt. Eine Reihe wichtiger Verträge wurde unterzeichnet, darunter ein Abkommen zwischen den Konzernen Gasprom und E.ON, das letzterem den Zugang zur Gasförderung auf dem Erdgasfeld Jushno-Rußkoje sichert. Zeitgleich fand dort auch die Tagung des Forums Petersburger Dialog statt, wo die Vertreter der Zivilgesellscha...

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