08.10.2008 / Ansichten / Seite 8

»Fest steht: Der Westen wird den Krieg nicht gewinnen«

USA und NATO sollten ihre Streitkräfte möglichst schnell aus Afghanistan abziehen. Ein Gespräch mit Gwynne Dyer

Johannes Zang
Der Kanadier Gwynne Dyer ist Militärhistoriker und Autor des Buches »Nach Irak und Afghanistan – Was kommt, wenn die westlichen Truppen gehen?«
Der Bundestag hat am Dienstag in erster Lesung über die Aufstockung des deutschen Truppenkontingents in Afghanistan um 1000 auf 4000 Mann beraten - die Abstimmung ist für den 13. Oktober vorgesehen. Politiker, Diplomaten und selbst ein hoher britischer General sind mittlerweile davon überzeugt, daß die NATO sich besser zurückziehen sollte.Worin sehen sie jetzt die Gründe, daß in Afghanistan fast 30 Jahre lang Krieg herrscht?


Es begann 1979 mit der Entscheidung von US-Präsident Jimmy Carter, eine halbe Milliarde Dollar zu bewilligen, um die afghanischen Stämme zu einem Aufstand gegen die prosowjetische Regierung in Kabul aufzustacheln. Die Sowjetunion schickte daraufhin zur Unterstützung Kabuls Truppen nach Afghanistan. Seitdem herrscht dort Bürgerkrieg.

Die Sowjetunion zog sich 1989 zwar zurück, aber die USA und die NATO nahmen die Attentate vom 11. September 2001 in New York zum Anlaß, in Afghanistan einzumarschieren.

Bemerkenswert ist ja, daß keines der Attentate von Afghanistan ausging. Auch die Attentäter selbst operierten entweder von Europa oder von den USA aus – sie brauchten Afghanistan gar nicht. Darüber hinaus gibt es keinen...

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