11.09.2008 / Feuilleton / Seite 12

Aus dem Wertekanon

Weil ihre Beiträge nicht in die Anti-China-Berichterstattung paßten, wird eine Redakteurin der Deutschen Welle kaltgestellt

Volker Bräutigam
Zhang Danhong wurde als stellvertretende Redaktionsleiterin der China-Redaktion der Deutschen Welle (DW) suspendiert. Der Auslandssender verpaßte der erfolgreichen China-Expertin einen Maulkorb, weil sie in diversen Interviews versucht hatte, das allgemein von arroganten deutschen Medien vermittelte China-Zerrbild etwas zu begradigen.

Ansgar Burghof ist zwar Asien-Laie, aber der Leiter der DW-Intendanz: »Wir sind gemeinsam übereingekommen, die Vorwürfe in Ruhe zu prüfen«. Welche Vorwürfe? Zhang hatte mit Erlaubnis ihrer Vorgesetzten im Vorfeld der Olympischen Spiele, z.B. in der Deutschlandfunk-Sendung »Kontrovers« moniert, daß im Westen permanent die negativen Seiten der Volksrepublik in den Vordergrund gestellt würden: »Ich streite überhaupt nicht ab, daß in China die Menschenrechte verletzt werden. Mein Kritikpunkt ist, daß nur über negative Dinge berichtet wird. Auf Fortschritte wird nicht geguckt. Bei so einem riesigen Land wie China mit ...

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