22.08.2008 / Ansichten / Seite 8

»Zehn Millionen G3-Gewehre sind weltweit im Umlauf«

Anderthalb Millionen Menschen starben durch Waffen von Heckler & Koch. Deutsche Gewehre sind bei jedem Krieg dabei. Gespräch mit Jürgen Grässlin

Frank Brendle
Jürgen Grässlin ist Bundessprecher der Deutschen Friedensgesellschaft-Vereinigte Kriegsdienstgegner (DFG-VK) und Vorsitzender des Rüstungsinformationsbüros (RIB).

Das georgische Militär ist illegal mit dem deutschen Sturmgewehr G36 versorgt worden – ein Einzelfall?

Nur, was den illegalen Charakter des Waffenexports angeht. 98 Prozent des deutschen Rüstungshandels erfolgen legal, und das hat noch wesentlich schlimmere Folgen.
Welche Rolle spielt dabei das Unternehmen Heckler & Koch als Produzent dieses Gewehres?
Diese Firma hat die halbe Welt mit Schnellfeuergewehren versorgt, vor allem mit dem G3, der früheren Standardwaffe der Bundeswehr. Direktexporte gingen völlig legal an mindestens 88 Staaten, praktisch an jeden, der während des Kalten Krieges westlich orientiert war. Darunter sind Diktaturen wie Uganda unter Idi Amin, aber auch Äthiopien, das ehemalige Zaire und Sudan, ebenso El Salvador und Kolumbien. Eigentlich gibt es nur in der Antarktis...


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