13.08.2008 / Schwerpunkt / Seite 3

Ein Job kostet 1785 Euro

Arbeitsagentur in Frankfurt am Main grenzt Arbeitssuchende mit Hilfe privater Zwischenhändler vom Jobmarkt aus, droht Sanktionen an und feuert sie aus der Erwerbslosenstatistik

Gitta Düperthal
Dietmar Fettel (Name von der Redakion geändert) hat Pech. Sein Arbeitslosengeld I ist ausgelaufen. Für ihn gibt es kein Hartz IV, keine Grundsicherung von 351 Euro, plus Finanzierung der Miete und anteilige Heiz- und Energiekosten von 21,87 Euro monatlich. Denn seine Frau hat als Freiberuflerin ein jährliches Einkommen von rund 10000 Euro und noch einige Ersparnisse für ihre Rente auf der hohen Kante. Diese muß Katja Fettel erst aufbrauchen. bevor ihr Mann auch nur einen Cent Stütze vom Staat erhält. Klartext: Seine Partnerin muß erst selber in der Armutsfalle landen. Bis es soweit ist, ist er von seiner Frau finanziell abhängig und als Arbeit suchend gemeldet, ohne Leistungsbezug. Das ist nicht schön. Doch was Fettel noch deprimierender findet: Als Arbeitssuchender wird er obendrein vom Jobmarkt ausgegrenzt – dabei scheint im Rhein-Main-Gebiet geradezu Aufbruchsstimmung zu herrschen. »Innovatives Unternehmen sucht 160 Postzusteller in Frankfurt am Main«,...

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