09.08.2008 / Schwerpunkt / Seite 3

Urnen für die Opposition

Am Sonntag entscheidet ein Referendum über das Schicksal von Boliviens Regierung und ihrer Gegner. Es ist auch eine Abstimmung über die »demokratisch-kulturelle Revolution«

Benjamin Beutler
Wenige Tage vor dem ­Plebiszit über die Bestätigung oder Amtsenthebung des bolivianischen Präsidenten, des Vizepräsidenten und acht der neun regionalen Präfekten kam es in Bolivien erneut zu gewalttätigen Auseinandersetzungen. Am Dienstag waren unweit der 2007 verstaatlichten Mine Huanuni bei einem Polizeieinsatz gegen Bergarbeiter zwei Demonstranten getötet worden, mindestens 30 wurden verletzt.

Die Regierung wehrte sich umgehend gegen den Versuch der Opposition, die Proteste in der Referendumskampagne für sich zu nutzen. »Kein einziger Polizist trug beim Einsatz Waffen bei sich«, entgegnete Alfredo Rada, Kabinettschef aus der regierenden Bewegung zum Sozialismus (MAS) auf die Meldung, ein Opfer sei einer Schußwunde erlegen. »Wir glauben, daß die Unverantwortlichkeit einiger Gewerkschaftsführer zu diesen bedauerlichen Vorfällen geführt hat«, so Rada weiter.

Auch Präsident Evo Morales beschuldigte die Gewerkschaft COB der Eskalation....

Artikel-Länge: 5003 Zeichen

Willkommen bei der Tageszeitung junge Welt

Zum Aufrufen dieser Seite ist ein Onlineabo erforderlich.

Bitte einloggen

Hilfe und Informationen

Abo abschließen

Welche Vorteile bietet ein Onlineabo?

  • Zugriff auf das Archiv seit 1997, alle Artikel und Recherchewerkzeuge.
  • E-Mail-Abo im Text-, HTML- oder E-Pub-Format.
  • Zugriff auf Seiten im PDF-Format.
  • Verwalten eigener Lesezeichen.

Zur aktuellen Ausgabe