17.07.2008 / Thema / Seite 10

Rückkehr der 4. Flotte

Im Rahmen einer neuen aggressiven US-Seestrategie wird nach 60 Jahren die schwimmende Invasionsbasis der Navy reaktiviert. Mit Flugzeugträgern, amphibischen Angriffsschiffen und Hubschrauberstaffeln bedroht sie das linke Südamerika

Horst Schäfer
Der »Freundschaftsbesuch« der US-Kriegsmarine im Hafen von Havanna wurde mit großem Tamtam angekündigt. Dann flog das moderne Schlachtschiff nach wenigen Tagen – angeblich durch einen spanischen Terroranschlag – in die Luft. 266 US-Seeleute waren tot, und der US-Präsident mißbrauchte die Katastrophe, um Kuba zu überfallen und die Kubaner daran zu hindern, sich durch eigene Kraft von der spanischen Kolonialherrschaft zu befreien.

Der Präsident hieß William McKinley, das Schiff war die »Maine«, und alles passierte 1898, als die kubanischen Freiheitskämpfer die Spanier nach jahrelangem Kampf fast besiegt hatten. Was folgte, war nicht die versprochene Hilfe bei der kolonialen Befreiung, waren nicht Selbstbestimmung und Demokratie, sondern US-Dominanz, Unterdrückung und Terror bis zur Revolution im Jahr 1959.

Genau 110 Jahre nach der Explosion der »Maine« sind US-Seestreitkräfte in angeblich »humaner Mission« zu »Freundschaftsbesuchen« erneut in ...



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