03.07.2008 / Feuilleton / Seite 12

Im Charakterpanzer

Alles harmlos quasseln: »Happy-Go-Lucky« ist eine britische Fernsehserie im Schnelldurchlauf und ohne Pointe

Peer Schmitt
Der britische Filmregisseur ­Mike Leigh ist eigentlich für eher grimmige Filme bekannt. Sein letzter, »Vera Drake« (2005) über eine »Engelmacherin« als eine schlichte, aber protofeministische Seele aus der Arbeiterklasse, war sogar sehr grimmig. Fast überflüssig zu sagen, daß er auch sehr gut war.

»Happy-Go-Lucky«, Leighs neuer Film ist in fast jeder Hinsicht das Gegenteil davon. Der Titel ist Programm. Auf Deutsch würde man vielleicht »unbeschwert« sagen, aber das träfe es noch nicht ganz, es fehlte eine mitschwingende Bedeutung des leicht Bescheuerten.

So wunderte sich auch die Grimmigkeiten gewohnte britische Presse schon sehr über die unironische Verwendung gerade dieser Phrase, die geistig gesunde Menschen normalerweise nur im Brustton des Sarkasmus' überhaupt laut auszusprechen wagten. Kein Quentchen Ironie in der Illustration einer dummen Phrase! Wenn das keine heimliche Provokation ist.

Tatsächlich bekommt das inzwischen kaum einer mehr hin: Glückli...





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