02.07.2008 / Antifa / Seite 15

Nazigegner verfolgt

Jüdische Partisanen werden in Litauen als »Terroristen« und »Mörder« diffamiert

Frank Brendle
Begleitet von entsprechenden Hetztiraden in den Medien, ermitteln die litauischen Justizbehörden derzeit gegen jüdische Widerstandskämpfer, die den faschistischen Okkupanten Paroli geboten haben. Der Vorwurf: Verbrechen an Litauern. Unmittelbar betroffen sind die in Israel lebenden Yitzhak Arad und Rachel Margolis sowie die in Vilnius lebenden Fania Brantsovsky und Sara Ginaite. Gemeint sind alle Juden, die mit kommunistischen Partisanen kooperiert haben.

Anfang des Jahres eröffnete die rechtskonservative überregionale Tageszeitung Lietuvos Aidas die Kampagne mit der rhetorischen Frage »Warum stellt niemand Fania Brantsovsky vor Gericht?« Brantsovsky hatte sich 1943 der »Vereinigten Partisanen-Organisation« FPO angeschlossen; heute arbeitet sie im Jüdischen Museum Vilnius. Das Blatt wirft ihr vor, sie habe gemeinsam mit »sowjetischen Terroristen« im Januar 1944 die Einwohner des Dorfes Kaniukai umgebracht. Dabei stützt es sich auf die Memoiren ...

Artikel-Länge: 4032 Zeichen

Willkommen bei der Tageszeitung junge Welt

Zum Aufrufen dieser Seite ist ein Onlineabo erforderlich.

Bitte einloggen

Hilfe und Informationen

Abo abschließen

Welche Vorteile bietet ein Onlineabo?

  • Zugriff auf das Archiv seit 1997, alle Artikel und Recherchewerkzeuge.
  • E-Mail-Abo im Text-, HTML- oder E-Pub-Format.
  • Zugriff auf Seiten im PDF-Format.
  • Verwalten eigener Lesezeichen.

Zur aktuellen Ausgabe