26.06.2008 / Feuilleton / Seite 12

Nur mal gucken!

Der Teenager als Fabelwesen: Alex ist 15 und hat zwei Geschlechter. Zum Kinostart des argentinischen Cross-Gender-Spielfilms »XXY«

Robert Best
Über »XXY« schreiben und dem Film keine Spannung rauben, geht nicht. Machbar sind Warnungen und Empfehlungen.

Die 15jährige Alex lebt in aller Abgeschiedenheit mit ihren Eltern in einem Haus am See in Uruguay. Eines Tages kommen Gäste: ein Chirurg, seine Gemahlin und der gemeinsame Sohn Álvaro. Mit diesem sympathisch verklemmten Sonderling freundet sich Alex an, wenn man das so nennen kann. Sofort kommt es zu ersten erotischen Avancen und bald darauf zu einigen aufregenden Augenblicken Sex im Heu, wie sie knisternder und komischer lange nicht zu sehen waren.

Es ist diese Szene, um die sich der Film dreht. Alex und Álvaro vergehen vor Freude und Verstörung. Als stiller Voyeur weiß erst recht Álvaros Vater nicht, was er davon zu halten hat, daß sein Sohn von einem vermeintlichen Mädchen penetriert wird. Alex hat ein Y-Chromosom und zwei X-Chromosome, sie ist Zwitter mit beiderlei Geschlechtsorganen. Permanente Schulwechsel und elterliche Opera­tionserwägungen...



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