19.06.2008 / Schwerpunkt / Seite 3

»Entscheidend dürfte der öffentliche Druck sein«

Deutsche Medien distanzieren sich nur ungern von einer Falschmeldung über den Iran. Ein Gespräch mit Andreas Neumann

Arnold Schölzel
Andreas Neumann ist Redakteur der Zeitschrift und Internetseite Arbeiterfotografie

Journalisten schreiben von Journalisten ab. Oder warum hat sich nach Ihrer Meinung die falsche Übersetzung des Ahmadinedschad-Zitats vom Oktober 2005 trotz aller Hinweise von Fachleuten – darunter in jW – so hartnäckig in den hiesigen Medien gehalten?

Das System der Nachrichtenverbreitung ist erschreckend einfach. Es reicht, eine Falschinformation in die Agenturen einzuspeisen, die als Schlüsselstelle funktionieren. Es ist nicht allzuviel Phantasie erforderlich, um sich vorzustellen, wer solche Möglichkeiten nutzt. Wenn dabei der in den meisten Medien herrschende Grundkonsens entsprechend der Interessenlage der Herrschenden und des politischen Systems getroffen wird, dann ist die Wahrscheinlichkeit groß, daß sich eine Meldung, ohne hinterfragt zu werden, rund um die Welt verbreitet und aus dieser so schnell auch nicht wieder zu entfernen ist. Die Falschmeldung, von ...

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