16.06.2008 / Inland / Seite 2

»Recherche ist ein Stiefkind der Medien geworden«

In Hamburg berieten am Wochenende über 600 Journalisten über Kernfragen ihrer Profession. Ein Gespräch mit Thomas Leif

Peter Wolter
Thomas Leif ist Chef­reporter Fernsehen beim Südwestrundfunk in Mainz. Er ist außerdem Vorsitzender der Journalistenvereinigung »netzwerk recherche«

Die journalistische Recherche war das Thema einer Konferenz, die das »netzwerk recherche« am Freitag und Samstag in Hamburg abhielt. Im Titel der Veranstaltung hieß es »Wir könn(t)en auch anders« – verstehe ich diesen Satz so, daß deutsche Journalisten Ihrer Ansicht nach zu wenig nachfragen?

Recherche ist zur Zeit offenbar ein Stiefkind des Journalismus – ich glaube, daß mit wenigen strukturellen Veränderungen und vor allen Dingen mit einer anderen Berufseinstellung mehr möglich wäre.

Nordrhein-Westfalen hat jetzt zu diesem Komplex von der Leipziger Universität eine Studie erstellen lasssen. Sie kennen die Untersuchung bereits, bestätigt sie Ihre Besorgnis?

Die Studie ist sehr differenziert, sie konzentriert sich auf den Umgang von Journalisten mit Suchmaschinen im Internet. Sie gibt vor allem das Signal, daß wir in Deutschland ein unglaublich großes und durchaus nutzbares Potential für Recherchen haben.

Gibt es Erkenntnisse darüber, wieviel Prozent der Medienbeiträge ohne jede zusätzliche journali...

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