07.06.2008 / Kapital & Arbeit / Seite 9

Handeln gegen Fortschritt

Nach den USA orientiert nun auch die EU auf neoliberale Abkommen mit einzelnen Staaten Lateinamerikas. Dahinter steckt politisches Kalkül

Harald Neuber
Es gibt Reizworte, die kennt in Lateinamerika jeder. ALCA ist so ein Wort. Das Akronym steht für Amerikanische Freihandelszone. Mit dem Projekt versuchen die US-Regierungen seit 1994, ihre wirtschaftliche Dominanz langfristig auf die gesamte Region auszudehnen. Seit damals laufen soziale Bewegungen in Lateinamerika und der Karibik gegen das Projekt Sturm. Die linksregierten Staaten haben mit der Bolivarischen Alternative für Amerika (ALBA) Ende 2004 sogar ein Gegenmodell zu dem neoliberalen Handelspakt geschaffen. Angesichts des geschlossenen Widerstandes ist Washington in den vergangenen Jahren dazu übergegangen, mit Einzelstaaten zu verhandeln, um das ALCA nach und nach zu realisieren.

Die Europäische Union hat sich solch offensichtlicher Spaltungsversuche bislang enthalten. Brüssel setzte in der Vergangenheit auf Gespräche mit den bestehenden Staatenbündnissen der Region, vor allem mit der Andengemeinschaft (CAN). Dabei unterscheiden sich die Vorstellun...

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