04.06.2008 / Thema / Seite 10

Katastrophengewinnler

Nach dem Wirbelsturm »Nargis«: EU und USA drohen mit einer militärischen Intervention in Myanmar. Dabei verfolgen sie weniger humanitäre als geostrategische Ziele

Fred Schmid
Nach dem Besuch von UN-Generalsekretär Ban Ki Moon in Myanmar am 22. und 23. Mai läßt die dortige Militärjunta nicht nur Helfer aus den Nachbarstaaten, sondern auch westliche Hilfsorganisationen in das Katastrophengebiet. Ausgeschlossen bleiben weiterhin ausländisches Militär und Hilfsgüter via westliche Militärlogistik, was angesichts der Drohkulisse, die die USA, Frankreich und Großbritannien vor der Küste aufgebaut haben, nicht verwunderlich ist. Seit Jahren wirkt der Westen auf einen Sturz des Regimes (US-Außenministerin Condoleezza Rice: »Vorposten der Tyrannei«) hin, den er u. a. mit einem politischen und ökonomischen Boykott zu beschleunigen glaubt. So hatte die EU zuletzt im Oktober 2007 die Sanktionen gegen Myanmar verschärft. Es wurde ein Embargo über Edelhölzer, Edelmetalle und Edelsteine verhängt, die als wichtige Exporteinnahmequellen für das Land gelten. Es ist geradezu zynisch, wenn westliche Medien die Unterernährung und den Hunger Zehntau...

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