03.05.2008 / Feuilleton / Seite 12

Andere passen sich an

Eine Persönlichkeit, wie sie der linken Presse heute fehlt: Carl von Ossietzky (3.10.1889–4.5.1938)

Dr.Seltsam
Vor 70 Jahren, am 4. Mai 1938, stirbt der Herausgeber einer der wichtigsten Zeitschriften der Weimarer Republik, der Weltbühne. Carl von Ossietzky stirbt nicht im KZ, wie Erich Mühsam und viele andere Autoren, sondern in einem Berliner Krankenhaus. Dennoch ist er ein direktes Opfer der Nazischergen. Während drei Jahren KZ-Haft hatten sie ihn hungern lassen und gequält und schließlich alle Voraussetzungen dafür geschaffen, daß er sich mit TBC infiziert und bald nach seiner bedingten Freilassung im November 1936 verstirbt (bis zuletzt ständig von der Gestapo bewacht).

Das ist der vorläufige Sieg der Militär- und Nazikaste über einen ihrer genauesten Feinde. Der erbitterte Kleinkrieg, der zu diesem Ende führt, begann bereits über zehn Jahre vorher mit Versuchen, Ossietzky mit allen, vor allem juristischen Mitteln, zum Schweigen zu bringen. Der kleine gequälte Mann ist einer der mutigsten Kämpfer gegen Militär und Reak­tion, die Deutschland jemal...

Artikel-Länge: 7048 Zeichen

Willkommen bei der Tageszeitung junge Welt

Zum Aufrufen dieser Seite ist ein Onlineabo erforderlich.

Bitte einloggen

Hilfe und Informationen

Abo abschließen

Welche Vorteile bietet ein Onlineabo?

  • Zugriff auf das Archiv seit 1997, alle Artikel und Recherchewerkzeuge.
  • E-Mail-Abo im Text-, HTML- oder E-Pub-Format.
  • Zugriff auf Seiten im PDF-Format.
  • Verwalten eigener Lesezeichen.

Zur aktuellen Ausgabe