02.05.2008 / Ausland / Seite 7

Kalter Krieg aus Bayern

Anfang 2009 wird in El Salvador ein neuer Präsident gewählt. Die Linke muß sich gegen die Regierung, deren US-Verbündete und eine CSU-nahe Stiftung zur Wehr setzen

Harald Neuber
Zwölf Monate vor den Präsidentschaftswahlen in El Salvador warnt die Regierungspartei ARENA vor einer Diktatur. Wenn die Nationale Befreiungsfront Farabundo Martí (FMLN) die Abstimmung gewinne, heißt es in der Hauptstadt San Salvador, drohe dem Land eine »kommunistische Diktatur«. Die Warnung vor Unrecht ist höchst unglaubwürdig: ARENA-Gründer Roberto D’Aubuisson hatte in den 70er und 80er Jahren persönlich rechtsradikale Todesschwadrone organisiert, die Tausende Zivilisten ermordeten. Doch geht es vor der Abstimmung in El Salvador weniger um Glaubwürdigkeit denn um finanziellen und propagandistischen Beistand. Und den erhält die rechte Regierung aus den USA und der EU.

Den Beginn machte im Februar der US-Geheimdienstkoordinator Mike McConnell. Venezuela unterstütze die salvadorianische Linkspartei »großzügig«, sagte er, um damit umgehend eine Krise auszulösen. Wie auf Kommando berief Salvadors Präsident Antonio Saca seinen Botschafter aus Cara...

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