28.04.2008 / Politisches Buch / Seite 15

Hetzzeit

Jutta Ditfurth beleuchtet in ihrem Buch über Rudi Dutschke und Ulrike Meinhof Ursprünge und Zerfall der außerparlamentarischen Opposition in den 60er Jahren

Arnold Schölzel
Mit ihrer vor wenigen Monaten erschienenen Biographie Ulrike Meinhofs hat Jutta Ditfurth gängige Darstellungen der westdeutschen Geschichte nach 1945 gegen den Strich gebürstet. Sie machte bewußt, daß es in der Bundesrepublik eine Kontinuität linker Opposition jenseits des Parlaments gegeben hat, die im Verlauf von fast 60 Jahren immer wieder beachtliche Resonanz fand und schon deswegen mit allen Mitteln staatlicher Repression bekämpft wurde. Der Lebenszweck des Separatstaates war die Aufstellung von Streitkräften im westlichen Militärbündnis. Dafür wurde er gegründet, eine andere Staatsidee lag nicht vor, der Auftrag zur Wiederbewaffnung verlangte aber die Herstellung und Bewahrung innerer Stabilität über das in anderen NATO-Staaten übliche Maß hinaus – selbstverständlich weitgehend mit dem Personal, das bis 1945 dem deutschen Faschismus in den staatlichen Institutionen gedient hatte. Die Debatte über die Notstandsgesetze konstituierte im Verlauf der 60er Jahre nach dem Kampf g...

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