18.04.2008 / Thema / Seite 10

La Grande Nation – zu klein

Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy arbeitet an einem schlagkräftigen Euroimperialismus unter französischer Führung

Theo Wentzke
Frankreichs Staatspräsident Nicolas Sarkozy ist nicht zufrieden: Mit seiner Nation nicht, weil die in der Welt von heute einfach nicht die Rolle spielt, die ihr in den Augen ihres obersten Nationalisten zukommt. Und daher auch nicht mit der Welt und der in ihr herrschenden Ordnung, die seinem Land den ihm gebührenden Status verwehrt. »Frankreich ist ins Hintertreffen geraten gegenüber dem Rest der Welt«, stellt er in seiner Neujahrsansprache fest (Le Monde, 2.1.2008). Damit will der neue Chef sich keinesfalls abfinden. Sich selbst und seiner Nation verlangt er in aller Bescheidenheit eine »politique de civilisation« ab, »damit Frankreich die Seele der neuen Renaissance wird, die die Welt braucht«.

Für Sarkozy steht erstens fest, daß für die Grande Nation aus den weltweiten Geschäften nicht der Reichtum abfällt, der ihr zusteht. Zweitens ist für ihn klar, daß Frankreichs Stimme in der Welt im allgemeinen und in Europa im besonderen viel zu wen...

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