16.04.2008 / Kapital & Arbeit / Seite 9

Aufruhr in Afrika

Der ärmste Kontinent bekommt die Preisexplosion bei Nahrungsmitteln besonders zu spüren. Hungerunruhen bewirken Umdenken vieler Regierungen

Anton Holberg
Die Warnungen vor einem akuten Nahrungsmittelmangel für große Teile der Menschheit – insbesondere in Afrika – sind nicht neu. So hatte etwa der Generaldirektor der UN-Welternährungsorganisation FAO, Jacques Diouf, schon im Oktober auf bevorstehende Hungerrevolten hingewiesen. Im November 2007 gab es dann bei Demonstrationen und Unruhen einen Toten und 13 Verletzte in Mauretanien. Im Februar starben in Kamerun 40 Menschen nach derartigen Ereignissen. Unruhen gab es in Äthiopien, im Senegal, in der Elfenbeinküste und in Burkina Faso. Im Senegal wurden bei Hungerprotesten 24 Menschen verhaftet, in Burkina Faso im Februar 200. In Marokko, vor allem aber in Ägypten, geschah Ähnliches.

Am 6.April kam es in Kairo zu einer Demonstration. Auf einem der dort verteilten Flugblätter hieß es: »Verschwinde Mubarak! Wir sterben beim Schlangestehen für Brot.« Zuvor hatte sich die Regierung als Reaktion auf vorhergegangene Streiks, Demonstrationen und spontane Unruhen gez...

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