10.04.2008 / Inland / Seite 4

Israel-Kritiker unter Druck gesetzt

Jüdische Organisationen wollen exemplarische Bestrafung von Mitarbeiter der Bundeszentrale für politische Bildung

Knut Mellenthin
Die Kampagne gegen den langjährigen Angestellten der Bundeszentrale für politische Bildung Ludwig Watzal (junge Welt berichtete am 1.April) wird immer massiver. In Schreiben an Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble fordern der Zentralrat der Juden in Deutschland, der Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde Berlin und der Generalsekretär der jüdischen Gemeinden Österreichs die Entlassung des Israel-Kritikers. Die Bundeszentrale fällt in die Zuständigkeit Schäubles.

Watzal wird die Veröffentlichung kritischer Artikel über die israelische Besatzungspolitik gegen die Palästinenser vorgeworfen. Unter anderem soll er Israel als »wildgewordene Kolonialmacht« bezeichnet, von »ethnischen Säuberungen« gesprochen und das »legitime Widerstandsrecht« der Palästinenser unterstützt haben.

Einem Bericht der US-amerikanischen Nachrichtenagentur Jewish Telegraphic Agency (JTA) zufolge hat das Bundesinnenministerium bestätigt, daß die drei Briefe, in denen Watzals Entlassung verla...



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