05.04.2008 / Wochenendbeilage / Seite 4 (Beilage)

Blutkaffee und Wasserlilien

David gegen Goliath: Seit sechs Jahren streiken Arbeiter des Nestlé-Werks im philippinischen Cabuyao. Ein ungleicher Kampf, zumal Manila vor dem Weltkonzern lieber kuscht als aufmuckt

Rainer Werning

»Nestlés alles überspannendes Prinzip ist es, jedem Beschäftigten die Möglichkeit zu eröffnen, sein oder ihr Potential in höchstem Maße zu entwickeln.« (Aus dem firmeneigenen The Nestlé People Development Review, CH-Vevey, März 2003, S. 5)

Wir werden weiter kämpfen!«, hieß es trotzig auf mitgebrachten Spruchbändern und Plakaten, und die etwa 140 Arbeiter der Nestlé-Fabrik im 40 Kilometer südlich der philip­pinischen Manila gelegenen Cabuyao stimmten Kampflieder an. Am Nachmittag dieses Streiktages im Januar 2008 demonstrierten sie zur nahe gelegenen Nationalstraße, wo sie weitere Spruchbänder entrollten und die Porträts von Meliton Roxas und Diosdado Fortuna zeigten, zweier ermordeter Kollegen. Derweil riegelten Polizisten, unterstützt von Einheiten des Regionalen Sondereinsatzkommandos in Kampfuniform, die Werkstore 1 und 2 hermetisch ab – offensichtlich, um den Bau von Barrikaden zu verhindern.

Schließlich erreichte der Protestmarsch Tor 1. Die Abschlußk...




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