04.04.2008 / Thema / Seite 10

Ökoparadies ohne Indígenas

Der mexikanische Bundesstaat Chiapas wird nach Regierungsplänen komplett umgebaut: Tourismus, Monokulturen und Städte sollen entstehen. Die betroffene Landbevölkerung wird erst gar nicht gefragt

Luz Kerkeling, Chiapas
Mexiko befindet sich in einer tiefen Krise. Politisch, ökonomisch, sozial und ökologisch. Die aktuelle Regierung des Landes unter Präsident Felipe Calderón von der rechtskonservativ-neoliberalen Partei der Nationalen Aktion PAN tut nach Ansicht zahlreicher sozialer Organisationen alles, um die Krise zu verschärfen. Gemeinsam mit der ehemaligen Staatspartei PRI (Partei der Institutionellen Revolution) und immer stärker auch mit Teilen der sozialdemokratischen PRD verschärft und perfektioniert sie die Ausbeutung von Mensch und Natur.

Demagogie des neuen Gouverneurs

Juan Sabines Guerrero, amtierender Gouverneur von Chiapas, siegte bei den Wahlen im Jahr 2006 unter dem Slogan »Taten statt Worte«. Dieses Wahlversprechen erfüllt er sogar – aber wie? Sabines' Karriere illustriert anschaulich die Situation der politischen Klasse in Chiapas – wenn nicht in ganz Mexiko. Eigentlich hatte der Sohn des ehemaligen Gouverneurs Juan Sabines Gutiérrez, der von 1979 bi...

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