20.03.2008 / Feuilleton / Seite 13

Der Tischtuchtrick

»Das jüngste Gewitter« ist schwedischer Surrealismus durchdrungen vom Humor der Flugzeuge

Peer Schmitt
Goethe gibt Roy Anderssons neuem Film »Das jüngste Gewitter« das Motto. Dem Film vorangestellt werden die Schlußverse der Römischen Elegie Nr.10: »Freue dich also, Lebend'ger, der lieberwärmeten Stätte,/ Ehe den fliehenden Fuß schauerlich Lethe dir netzt.« Und dieses konventionelle Memento mori bekommt einen ziemlich perfiden Sinn, wenn die Welt – hier Schweden, sprich die westliche Welt der Gegenwart – als eine der fortwährenden Depression und des allgemeinen Schwachsinns sich darstellt. Im schwedischen Original heißt der Film lakonisch »Du Levande« (»Die Lebendigen«). Es ist ein Film über den Traum von der Henkersmahlzeit am Vorabend der Apokalypse. Mit Blasmusik und vermasseltem Schmorbraten.

Wie Anderssons letzter Film »Songs from the Second Floor« (2000) ist »Das jüngste Gewitter« eine Reihung kurzer Episoden (insgesamt an die 50), die jeweils eine Art lebendes Tableau bilden. Ein Eindruck, der durch die eher statische Kamera...

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