17.12.2007 / Thema / Seite 10

»... sofort an die Mauer«

Die Verantwortung der Mehrheitssozialdemokratie für die Morde der deutschen Gegenrevolution im Jahr 1919. Eine Dokumentation (Teil II und Schluß). Zusammengestellt und eingeleitet von Klaus Gietinger und Karl Heinz Roth

Klaus Gietinger / Karl Heinz Roth
Bei einer Rede im Berliner Lustgarten am 8.12.1919 hatte Friedrich Ebert verkündet: »Ge­walt, einerlei von wem sie ange­wandt wird, ist immer reak­tionär.« In den Aufzeichnungen des Hauptmanns Böhm vom 27.12.1918 (Dokument 1) ist dagegen das neue Verhältnis der Mehrheitssozialdemokratie (MSPD) zur Gewalt vermerkt.

Seine Ernennungsurkunde zum Oberbefehlshaber der Regierungstruppen (Dok. 2) hat Gustav Noske nach eigenen Angaben nicht gelesen. Eigentlich sollte Generalleutnant von Hofmann von der Garde-Kavallerie-Schützen-Division (GKSD) und damit faktisch der tatsächliche Befehlshaber Hauptmann Waldemar Pabst, den Noske später als einen seiner »rührigsten« Helfer bezeichnete, zum »Bluthund« gemacht werden. Doch einen kaiserlichen Militär als Exterminator einzusetzen hielt man taktisch für unklug. Also wurde der Name von Hofmanns durchgestrichen und Noske handschriftlich eingesetzt. Bemerkenswert ist der Satz: »Dazu sind alle notwendigen Mittel ...

Artikel-Länge: 29469 Zeichen

Willkommen bei der Tageszeitung junge Welt

Zum Aufrufen dieser Seite ist ein Onlineabo erforderlich.

Bitte einloggen

Hilfe und Informationen

Abo abschließen

Welche Vorteile bietet ein Onlineabo?

  • Zugriff auf das Archiv seit 1997, alle Artikel und Recherchewerkzeuge.
  • E-Mail-Abo im Text-, HTML- oder E-Pub-Format.
  • Zugriff auf Seiten im PDF-Format.
  • Verwalten eigener Lesezeichen.

Zur aktuellen Ausgabe