10.12.2007 / Thema / Seite 10

Um eine zukunftsfähige kommunistische Politik

Debatte: Über »Revisionismus« und »Revisionismus-Kritik« in junge Welt und anderswo (Teil I)

Robert Steigerwald
»Nach Lenin ist der sozialistische Staat stark, wenn die Massen alles wissen, über alles urteilen können und alles bewußt tun.«

Kurt Gossweiler, Interview in junge Welt vom 3./4. November 2007

In den 60er und 70er Jahren des 20. Jahrhunderts gab es zwischen der Sowjet­union, der Kommunistischen Partei der Sowjetunion (KPdSU) sowie der Volksrepublik China und der KP China eine heftige Diskussion, in der beide Seiten mit kräftigen Worten aufeinander eindroschen: »Revisionismus«, »Trotzkismus«, »Verrat am Marxismus-Leninismus« und was es dergleichen an »Wertungen« gab (und gibt). In Wahrheit ging es nicht um entsprechende Inhalte. Der Kern der Auseinandersetzung war: Zwei kommunistische Großmächte kämpften um die Vorrangstellung in der kommunistischen und Arbeiterbewegung. In der Bundesrepublik Deutschland fand das seine Widerspiegelung in der Politik promaoistischer Gruppen, Organisationen und Parteien, die in den 60er Jahren die illegale KPD, später, nach deren Gründung 1968, die DKP bekämpften und gegen den Sozialismus in Europa unter dem Banner des »Kampfes gegen den Revisionismus« auftraten.

Der »Antirevisionismus«

Die Debatte wird derzeit über mehrere Stränge geführt: Durch Beiträge in der jungen Welt (siehe den Artikel von Renate Münder in jW vom 7. und 8. August), in der Zeitschrift offen-siv, durch Aufsätze in zwei Publikationen, die Hans Heinz Holz herausgibt, T&P (Theorie und Praxis) und Topos, und in der KAZ (Kommunistische Arbeiter-Zeitung).

Methodisch wird diese Diskussion nach der Devise »Haltet den Dieb, ich oder meine Vorbilder bin/sind es nicht gewesen« geführt. Damit soll einer gründlichen, beweisenden, kritischen Auseinandersetzung über die Zeit, da Stalin an der Spitze nicht nur der KPdSU und der Sowjet­union, sondern der kommunistischen Weltbewegung stand, entgangen werden.

Ein »Ersatz« für den »alleinschuldigen«...

In den 60er und 70er Jahren des 20. Jahrhunderts gab es zwischen der Sowjet­union, der Kommunistischen Partei der Sowjetunion (KPdSU) sowie der Volksrepublik China und der KP China eine heftige Diskussion, in der beide Seiten mit kräftigen Worten aufeinander eindroschen: »Revisionismus«, »Trotzkismus«, »Verrat am Marxismus-Leninismus« und was es dergleichen an »Wertungen« gab (und gibt). In Wahrheit ging es nicht um entsprechende Inhalte. Der Kern der Auseinandersetzung war: Zwei kommunistische Großmächte kämpften um die Vorrangstellung in der kommunistischen und Arbeiterbewegung. In der Bundesrepublik Deutschland fand das seine Widerspiegelung in der Politik promaoistischer Gruppen, Organisationen und Parteien, die in den 60er Jahren die illegale KPD, später, nach deren Gründung 1968, die DKP bekämpften und gegen den Sozialismus in Europa unter dem Banner des »Kampfes gegen den Revisionismus« auftraten.

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