22.11.2007 / Feuilleton / Seite 12

Im Kindchenschema

Schnell banal: »Persepolis« ist verfilmte Popcomicliteratur

Christof Meueler
Parseh, die alte persische Königsstadt, heißt auf griechisch »Persepolis« und wurde vor 2337 Jahren von Alexander dem Großen abgebrannt. Gegen den Iran kursieren seit geraumer Zeit Kriegsdrohungen des Westens. Mit dem Trickfilm »Persepolis« können sie im bürgerlichen Kulturkonsummilieu nicht gerechtfertigt werden. Es handelt sich um verfilmte Popliteratur, um die Comics der Exiliranerin Marjane Satrapi. Die Erwartungen an die Popliteratur sind immer überfrachtet, in der Regel geht es um konventionelle Familien- und Liebesgeschichten. Deshalb finden viele Journalisten den Coming-of-Age-Film »Persepolis« auch in erster Linie »süß« – die unpolitischste Kategorie, die es gibt.

Um diesen Effekt zu erzielen, wurde von Satrapi und dem sie unterstützenden französischen Untergrundzeichner Vincent Paronnaud großer Aufwand getrieben. Es tauchen 600 verschiedene Charaktere auf. In der französischen Originalfassung werden die Hauptfiguren unter anderem von den großen ...

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