17.11.2007 / Inland / Seite 5

»Weil wir selbst Verfolgte waren ...«

Holocaust-Überlebender gegen Verbot von Kritik an Israel. Ein Gespräch mit Reuven Moskovitz

Gitta Düperthal
* Der Holocaust-Überlebende und israelische Friedensaktivist Reuven Moskovitz ist 2003 mit dem Aachener Friedenspreis ausgezeichnet worden

Am Mittwoch abend war ein Vortrag von Ihnen im Martin-Buber-Haus in Heppenheim geplant. Sie wurden jedoch vom Internationalen Rat der Christen und Juden ausgeladen. Was war der Grund?

Man behauptet, ich würde gegen die Israelis hetzen und wolle Deutschland von der Schuld der Judenvernichtung lösen, um die israelische Politik besser kritisieren zu können. Dabei behaupte ich natürlich nicht, daß es den Holocaust nicht gab. Ich sage nur, israelische Politiker sollen nicht dem Opferstatus verhaftet bleiben und glauben, das gäbe ihnen das Recht, Kriege zu führen. Wir vertreiben Menschen aus ihrer Heimat, enteignen und verfolgen sie, wir nehmen ihnen ihre Identität und ihren Besitz. Und dann sagen wir: Wir sind die Opfer. Das muß aufhören.

Übrige...

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